Wenn Sie kreative Ideen für ein tolles Essen haben möchten, würden Sie nicht unbedingt ein Kreativteam mit einem Dutzend Köchen für französische Küche anheuern, oder? Sie würden Experten für die unterschiedlichen Bereiche Ihres Menüs holen, oder?

Wenn Sie möchten, dass ein Kreativ Team an neuen Marketingideen arbeitet, beschränken Sie sich nicht auf das Marketing. Bringen Sie Menschen aus verschiedenen Bereichen hinzu. Denn eine größere Vielfalt an Teammitgliedern bietet ein breiteres Spektrum an Erfahrungen, Fähigkeiten und Denkmustern und führt zu einer höheren Kreativität.

Der Grund, warum diese Vorgehensweise viel zu selten stattfindet ist die Sorge, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit zu aufwendig und viel zu zeitintensiv ist.

Mit ein paar einfachen Strategien lassen sich interdisziplinäre Teams rasch zu kreativen Hochleistungsteams entwickeln.

Strategie Nr.1: Legen Sie Kommunikationsprozesse zwischen einzelnen Teammitgliedern fest

Teams können voneinander lernen. Jemand außerhalb des Teams kann etwas in einem Problem sehen, das Teammitglieder nicht sehen, einfach weil sie zu nah an dem anstehenden Problem sind. Alternativ kann Team A eine Innovationsherausforderung aus einer anderen Perspektive als Team B betrachten und so alternative Wege der Problemlösung vorschlagen. Daher ist es wichtig, Teams zusammenzubringen und die Kommunikation zwischen Teams zu fördern. Trotzdem ist es auch wichtig, sicherzustellen, dass sich Teams nicht in Meetings zwischen Teams verstecken oder Berichte verfassen, die die kreative Problemlösung beeinträchtigen. Dennoch empfehle ich regelmäßige große Brainstorming-Meetings, bei denen Teams ihre Arbeit zusammenfassen und andere Teams Vorschläge machen können.

Strategie Nr.2: Visualisieren Sie Gemeinschaftsziele

Formulieren Sie klare Ziele, welche das Team gemeinsam erreichen muss. Die Notwendigkeit der Zielerreichung ist dabei besonders wichtig. Diese kann verstärkt werden, indem Sie dem gesamten Team eine Belohnung für seine kreativen Ideen bieten.

Strategie Nr.3: Ändern Sie ab und zu die Teamkonstellation

Mit der Zeit lernen die Teammitglieder sich gegenseitig besser zu verstehen. Sie „teilen eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames unausgesprochenes Verstehen“. Dieses stillschweigende Wissen erleichtert den Kommunikationsfluss und macht es einfach, wenn die richtigen Impulse vorhanden sind. Ebenso entwickelt das Team eine Identität und ist daher stolz auf seine Leistung.

Nach ungefähr zwei Jahren lernen sich die Teammitglieder jedoch fast zu gut kennen. Und mit der Überqualifizierung kommt Vorhersehbarkeit und möglicherweise sogar Langeweile. Daher ist es gut, immer wieder Teammitglieder auszutauschen.

Strategie Nr.4: Ermutigen Sie zu konstruktiver Kritik und Konkurrenz

Es wurde gezeigt, dass übermäßiger Stress für die Kreativität nicht förderlich ist – und zu starker Wettbewerb führt häufig zu starkem Stress. Auf der anderen Seite bringt ein guter Humor oder sogar eine Rivalität zwischen Teammitgliedern einen deutliche Steigerung bei den Teamleistungen. ganz besonders da eine konstruktive Konkurrenz auch eine konstruktive Kritik fördert, was für gute Ideen unerlässlich ist.

Strategie Nr.5: Trainieren Sie die Systematik kreativer Prozesse

Um sicherzustellen, dass Teams das maximale kreative Potenzial ausschöpfen, ist es wichtig, dass jeder sich der kreativen Systematik bewusst ist. Dies sollte ein Verständnis der kreativen Problemlösungsmethodik umfassen sowie Ideenfindungsmethoden und Bewertungsmethoden.

Strategie Nr.6: Etablieren Sie klare Regeln und keine Hierarchien

Hierarchien können in Teams Probleme verursachen – insbesondere in hierarchischen oder bürokratischen Organisationen. Die Teammitglieder werden sich immer bei ihren Vorgesetzten um Zustimmung bemühen. Dies führt dazu, dass eher Ideen generiert werden, die den Vorgesetzten gefallen, als Ideen, die wirklich kreativ sind. Es gibt zwei Alternativen. Sie können entweder Teams von Personen mit ähnlichen Ebenen innerhalb der Hierarchie aufbauen oder grundlegende Team Regeln festlegen. Diese Regeln sind auf alle Fälle unerlässlich und sorgen neben einem effizienten und produktiven Arbeiten auch für Freiraum und mehr Spaß bei der Ideenentwicklung.

Das Fazit dieser Erkenntnisse meiner langjährigen Arbeit mit Gruppen ist: Struktur schafft Freiraum. Umso klarer die Regeln, umso kreativer das Team. Dies gilt für Unternehmen genauso sehr wie in der Kreativbranche.